Alternative ist ein musikalischer Sammelbegriff, seit dem Ende der 1970er Jahre in den USA synonym für D.I.Y.-, Underground- und Independent-Musik genutzt wurde und in den 1990er Jahren als Abgrenzung zum damaligen Mainstream populär wurde. Der Begriff avancierte mit dem Erfolg von Grunge und Crossover international zur musikalischen Sammelbezeichnung. Mit steigendem Erfolg wuchs die Bezeichnung Alternative zunehmend zu einem umfassenden Sammelbegriff für jede Form von kommerziell erfolgreicher Musik, die sich aus dem Underground entwickelte.

In den späten 1980ern und frühen 1990er Jahren entdeckten Major-Labels die Bands aus dem Independent-Umfeld für sich. Die Erfolge von so unterschiedlichen Interpreten wie The Stone Roses, Pixies, The Cure, R.E.M., U2, The Smiths oder Hüsker Dü veränderten die Wahrnehmung hinsichtlich der bisherigen Alternative-Musik. Bereits bekannte Bands konnten in der Folge dieser Entwicklung ebenso wie neue Interpreten Major-Verträge abschließen. Der Begriff „Alternative“ löste die an den Aspekt der kommerziellen Unabhängigkeit gebundene Bezeichnung Independent ab und rubriziert beiläufig Künstler, die sowohl auf einem Independent-Label, als auch auf einem Major-Label unter Vertrag stehen können.

Die prägende Entwicklung des Alternative liegt insbesondere in der musikalischen Entwicklung der Post-Punk-Ära. Die Mitte der 1970er ist nach Dave Thompson der Ursprung des Alternative. Die Veröffentlichungen von Lou Reeds Metal Machine Music und Patti Smiths Album Horses sowie die Gründung der Sex Pistols zogen eine popkulturelle Welle nach sich, die eine anhaltende Vermengung von Musikstilen und fortwährende subkulturelle Entwicklung begründete.

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Blues ist eine vokale und instrumentale Musikform, die sich in der afroamerikanischen Gesellschaft in den USA um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelt hat. Der Blues bildet die Wurzel eines Großteils der populären nordamerikanischen Musik. Jazz, Rock, Rock ’n’ Roll und Soul sind nah mit dem Blues verwandt. Selbst in Stilrichtungen wie Hip-Hop ist ein Nachhall des Blues zu spüren. Eine häufig auftretende Bluesform hat zwölf Takte, die Melodie wird mit drei Akkorden (harmonische Grundfunktion) begleitet. Das Wort Blues leitet sich von der bildhaften englischen Beschreibung I’ve got the blues bzw. I feel blue („ich bin traurig“) ab.

Frühe Formen des Blues entstanden in den südlichen Teilen der Vereinigten Staaten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Blues ist eine eigenständige Form schwarzer US-amerikanischer Folklore, die sich nicht ausschließlich auf andere afroamerikanische Musikformen wie Gospel, Negro Spiritual und Worksongs (dazu gehören auch Fieldholler) zurückführen lässt. Er enthält Elemente afrikanischer, europäischer und karibischer Musik. Frühe Blues-Formen sind bereits in Vaudeville- und Minstrel-Shows des späten 19. Jahrhunderts dokumentiert.

In der Frühphase war der Blues nur ein Teil des Repertoires afroamerikanischer Musiker. Er wurde ergänzt durch Tages-Schlager, Ragtime, Country-Songs und zeitgenössische Popmusik. Die Musiker dieser Zeit waren eher „Songster“ als „Blueser“. Blues war Unterhaltungsmusik der Farbigen und seine Interpreten spielten auf House- und Rent-Partys oder öffentlichen Veranstaltungen. Erst mit der einsetzenden Kommerzialisierung durch die Plattenlabels in den 1920er Jahren erfolgte eine Spezialisierung auf Blues-Songs.

Bluestexte sind in der Regel in der Ich-Form verfasst, das heißt, der Autor oder Sänger erzählt von tatsächlichen oder fiktiven eigenen Erlebnissen. Diese sind aber meist so stark verallgemeinert, dass eine Identifikation des Hörers mit dem Sänger nicht ermöglicht wird. Häufig handeln die Texte von Diskriminierung, Verrat, Verbrechen, Resignation, unerwiderter Liebe, Arbeitslosigkeit, Hunger, finanzieller Not, Heimweh, Einsamkeit und Untreue. Oft handelt es sich dabei jedoch um formelhafte Wendungen, die der Sänger dem gegebenen Anlass anpasst und verändert. Das Klischee vom Blues als vor allem trauriger Musik, das er in der Zeit der Wiederentdeckung in den 50er und 60er Jahren durch das neue weiße Publikum erfuhr, hängt dem Blues bis heute nach.

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Country-Musik ist eine aus den USA stammende Musikrichtung, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus traditionellen Elementen der Volksmusik der europäischen Zuwanderervölker – insbesondere aus Irland und England – hervorging. Die ursprünglich in den südlichen Appalachen beheimatete Old-Time Music entwickelte sich durch urbane Einflüsse und Übernahme von Elementen anderer Musik-Genres – wie etwa des Blues – zur heutigen Country-Musik. Die Country-Musik lässt sich in Stilrichtungen unterteilen, von denen einige über viele Jahrzehnte lang bis heute aktuell sind, andere dagegen nur regionale, ethnische oder temporäre Bedeutung besitzen. Die ursprüngliche Country-Musik vor 1920 wird als Old-Time- oder Hillbilly-Musik bezeichnet, die in den 1990ern dominierende Musik als New Country.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstand in Mitteleuropa eine eigenständige Country-Szene. Radiomoderatoren, Buchautoren, Konzertveranstalter und Verleger von Fanmagazinen setzten sich für die Verbreitung der Country-Musik im deutschsprachigen Raum ein. Beispielhaft seien Walter Fuchs, Thomas Jeier, Kai Ulatowski, Kai Niebergall, Hauke Strübing, Richard Weize oder Manfred Vogel genannt.

Die Kommerzialisierung der Country-Musik begann Anfang der 1920er Jahre, als erstmals Aufnahmen von ländlicher Musik auf Schallplatten gepresst wurden und das neue Medium Radio für eine landesweite Verbreitung sorgte. Heute ist die Country-Musik zu einem Multimilliarden-Dollar-Geschäft geworden, das von einer unüberschaubaren Zahl von Schallplattenfirmen, Musikverlagen, Radio- und Fernsehstationen, Interessenverbänden und Institutionen getragen wird. Obwohl es immer wieder Phasen ungehemmter Vermarktung gab, hat sich die Country-Musik niemals wirklich von ihren traditionellen Ursprüngen entfernt.

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Die Bezeichnung klassische Musik kann je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben. Meistens sind im deutschen Sprachraum damit jedoch die vorherrschenden europäischen Musikstile von etwa 1730 bis 1850 gemeint.

Zu den hauptsächlichen Bestandteilen der klassischen Musik zählen die Frühklassik und die Wiener Klassik - heutzutage macht sie auch einen wichtigen Teil der Filmmusik aus Unter klassischer Musik versteht man Musik, die für ein klassisches Orchester geschrieben wird. Darüber hinaus lässt sich die klassische Musik in verschiedene Epochen einteilen: Barockmusik, Frühklassik und Wieder Klassik. Die klassische Musik in der Gegenwart erreicht zum Beispiel durch die Verwendung als Filmmusik eine deutlich größere Zielgruppe als in den früheren Epochen.

Die wohl prägendste Stilrichtung der europäischen Kunstmusik ist die Wiener Klassik. Aus dieser Ära gingen einige der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte wie Ludwig van Beethoven (1770-1824), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Joseph Haydn (1732-1809) hervor. Alle drei Komponisten hatten miteinander gemeinsam, dass sie unterschiedliche Musik- und Kompostionsarten, die vom Volkslied bis zur Polyphonie der Barockzeit reichten, beherrschten.

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Als Synonym hat sich für bestimmte Teile der elektronischen Tanzmusik während der 2000er in erster Linie Dance Music bzw. Dance eingebürgert, wobei dieser Begriff besonders im nicht-englischsprachigen Raum vor allem die „massentauglicheren“ Stile der elektronischen Tanzmusik bezeichnet, also etwa Dance-Pop, Italo Disco, Euro Disco und Eurodance.

Die elektronische Tanzmusik basiert meist auf dem so genannten repetitiven Arrangement, bei dem mittels ständiger Wiederholung von Melodie- und Rhythmuspatterns eine tranceartige Wirkung erzeugt wird. Die Lebendigkeit der Musik wird bei den meisten Stilrichtungen durch leichte Veränderungen der Patterns (etwa durch Filtereffekte wie beim Acid) oder auch überraschende Einwürfe (wie etwa beim Minimal Techno) erzielt. Es gibt aber auch Stilrichtungen, die auf das traditionelle Songschema setzen, wie etwa der Eurodance, und andere, in denen beide Elemente kombiniert werden, wie der Trance.

Das repetitive Arrangement geht auf die amerikanischen E-Musiker der so genannten Minimal-Music-Bewegung zurück (z. B. Steve Reich), die in den 1960er Jahren mit minimalistischen, repetitiven, aber von traditionellen Instrumenten gespielten Arrangements experimentierten. Diese Art des Arrangements wurde von zahlreichen Bands Ende der 1960er Jahre in die Popmusik übernommen. Vor allem innerhalb der so genannten Krautrock-Bewegung waren Experimente in diese Richtung häufig, wie es die Werke etwa von Can, Tangerine Dream und Klaus Schulze zeigen. Besonders einflussreich war allerdings die deutsche Band Kraftwerk, die als erste Band in den 70er Jahren vollkommen elektronische, tanzbare Beats als Grundlage der Musik verwendeten.

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