Easy Listening (engl. „leichtes Hören“) ist Musik, die nebenbei laufen kann und unterschiedliche Funktionen erfüllen soll: Zerstreuung, Ablenkung, Entspannung (Gastronomie), Deeskalation (Psychiatrische Klinik), Stimmungsaufhellung (Altersheim), aber auch Motivation, Aktivität, Kaufbereitschaft. Grundsätzlich handelt es sich bei Easy Listening um Instrumentalmusik der 1950er bis 1970er Jahre, bzw. noch genretypischer um untextiert vokalisierte Musik, oft nach Vorlagen bekannter Songs (Evergreens), etwas seltener instrumentaler Werke, mit fließenden Streicher-Arrangements, meist mit indirektem Klangcharakter, großen Hallräumen und ggf. anderen psychedelischen Effekten.

Auch die Jazz-Musik der 1920er Jahre auf Transatlantik-Luxusdampfern diente dem Easy Listening der speisenden und sich unterhaltenden Gäste. Easy Listening im heute landläufigen Sinn grenzt ein Genre ab, das für die 1950er, 1960er und 1970er Jahre mit den neuen technischen Möglichkeiten der Tonstudios dieser Zeit typisch ist. Easy Listening wird zwar im Wesentlichen für die elektronische Verbreitung produziert, zielt aber im Wesentlichen nicht auf Chart-Erfolge, sondern wird eher für den subtilen Alltagsgebrauch im weitesten Sinne erzeugt (Supermärkte, Kaufhäuser, Gastronomie, Hintergrundmusiken im Rundfunk), bringt allenfalls äußerst selten erfolgreiche Originalkompositionen hervor und greift bereits erfolgreiche Themen auf.

Seit den 1990er Jahren wird die begriffsprägende Funktion des Easy Listening (unbewusstes, bzw. unterbewusstes Hören) unter neuen Vorzeichen (z. B. Minimal Music, Drone, Krautrock, Reggae) aufgegriffen und beeinflusst musikalische Genres wie Ambient, Lounge-Musik, Smooth Jazz und Exotica. In dieser Zeit wurden psychedelische Elemente des Easy Listening auch von Bands und Künstlern wie Air, Röyksopp, Stereolab oder Beck aufgegriffen, oftmals als mit einem ironischen Unterton, aber vor allem, um ihrer Klangästhetik eine gewisse "Retro-Note" im Stile der psychedelischen Musik der 1960er Jahre zu verleihen.

Zurück zur Liste